Geschichte

Geschichte des Ortsvereins Allach-Untermenzing

Sie ist der Stolz der Sozialdemokraten. Diese große, rote Fahne von 1863.

Gründung und Industrialisierung

Der SPD-Ortsverein Allach-Untermenzing wurde im Jahr 1907 gegründet. Dies belegen ein Fahnenband an der Traditionsfahne der Pasinger SPD sowie die Erwähnung der „Vorortssektion Allach” beim Bezirksparteitag im Jahr 1908. Vermutlich entstand zur gleichen Zeit eine eigene Sektion in Untermenzing. Die Industrialisierung hatte viele Arbeiter, Handwerker und Gewerbetreibende in die Region gebracht. An der Bahnstrecke München-Ingolstadt-Nürnberg siedelten sich große Betriebe an: 1902 Diamalt, 1907 die Bayerische Stahlgießerei Krautheim (später Krauss-Maffei) und 1911 Sager & Woerner.

Bei den Gemeindewahlen 1929 wurde die SPD in Allach zweitstärkste und in Untermenzing stärkste Partei. 1933 lag sie mit 31 Prozent noch vorn.

Verfolgung in der NS-Zeit

Unmittelbar nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten begann die Verfolgung. Zwischen dem 10. und 17. März 1933 nahmen die Nationalsozialisten zehn führende Sozialdemokraten aus beiden Sektionen in Schutzhaft und sperrten sie wochenlang im Konzentrationslager Dachau ein. Nach dem Verbot der SPD im Juni 1933 folgten weitere Verhaftungen.

Wiederaufbau nach 1945

Nach Kriegsende gründeten diese alten Sozialdemokraten die beiden SPD-Sektionen in Allach und Untermenzing neu. Im Aktionsausschuss und ab 1947 im Bezirksausschuss organisierten sie die Bewältigung der Nachkriegsprobleme, vor allem die Unterbringung von 7.000 Heimatvertriebenen. Peter Stegmüller, Hans Fischer, Hans Bieringer und Willi Holz waren von 1947 bis 1979 nacheinander Bezirksausschuss-Vorsitzende. Rosa Aschenbrenner saß zunächst im Landtag und dann von 1948 bis 1956 im Stadtrat. Hans Fischer folgte ihr für 16 Jahre nach. Später übernahmen Benno Kreitmair, Peter Krahl, Heidemarie Köstler und Pascal Fuckerieder den Vorsitz im Bezirksausschuss oder Mandate im Stadtrat.

Jakob Deffner, langjähriger bayerischer DGB-Vorsitzender und Mitglied des Ortsvereins, vertrat die SPD acht Jahre im Bayerischen Landtag und ebenso lange im Bayerischen Senat.

Besonders stolz ist der Ortsverein auf Josef Felder. Er war Ehrenvorsitzender der Bayerischen SPD und Mitglied der SPD-Reichstagsfraktion, die 1933 als einzige gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz stimmte. Von 1988 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 gehörte er dem Ortsverein an. Die Deutsche Post ehrte ihn im Jahr 2002 mit einer Sonderbriefmarke aus der Serie „Aufrechte Demokraten”.